Schluss mit Lustig

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Bedürfnisse, Bewusstsein, Kommunikation, Lernen

„Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht.“

„Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass Fortbildungen auch Spaß machen können.“

Solche Äußerungen hören wir in unseren Seminaren immer wieder.

 

Wenn Erwachsene ihren Kindern diese Haltung vorleben, Eltern wie Lehrer, was macht das mit den Kindern? Darf lernen keinen Spaß machen?

Die hochverehrte Vera Birkenbihl zitierte häufig aus einer Begebenheit: Ein Kind sitzt lachend bei den Hausaufgaben und ein Elternteil fragt: „Was gibt’s denn zu lachen? Ich denke, du machst Hausaufgaben.“ Hat sich da etwas unwiderrufliches in unser Gehirn eingebrannt? Lernen ist eine ernste Angelegenheit. Muss das sein?

 

Vielleicht wird es ernst, für Kinder wie Erwachsene, wenn ich nicht das lernen darf, was mich interessiert, sondern mir andere sagen, was gut für mich ist oder wie es gut für mich ist.

Neues zu verstehen wird schwerer, wenn ich es nicht mit allen Sinnen erfassen darf, wenn es meine Lebenswelt nicht betrifft, wenn ich nicht erkennen kann, wofür dieses Wissen gut ist.

 

Wir erleben immer wieder viele Kinder, die mit großer Begeisterung auf den ersten Schultag warten und sich auf das Lernen freuen. Weshalb bleibt bei eben so vielen Kindern so wenig von dieser Freude übrig? Weshalb weicht diese Freude dem Frust oder sogar Angst?

Was bedeutet es für dich und deinen Weg, wenn du die Lust am Lernen verloren hast? Und das in einer Zeit, wo es so viele Möglichkeiten gibt und Wissen sich in einem so rasantem Tempo verändert?

 

Und ist der Wissensdurst erneut erwacht (oder beständig erhalten geblieben), reagiert die Umwelt vielleicht mit Unverständnis.

  • „Wieso tust du dir das an?“
  • „Wozu machst du das?“
  • „Das hat doch gar keinen Sinn!“
  • „Was, in deinem Alter noch ein Instrument erlernen?“
  • „Wozu willst du noch einen Abschluss machen? Du kriegst doch gar nicht mehr Geld hinterher.“

 

Was bekommst Du dafür?

  • Vermutlich erweitert sich mit dem neuen Wissen dein Handlungsspielraum. Es zeigen sich neue Möglichkeiten für dich, sich selbstbestimmt zu entfalten. Selbstwirksamkeit ist ein tiefes Bedürfnis in uns!
  • Neue Freunde treten in dein Leben. Im Austausch mit Gleichgesinnten beginnst du kleine Ideen größer werden zu lassen.
  • Du stellst dich wachsenden Herausforderungen, überlebst Niederlagen und genießt Erfolge. Das macht dich selbstbewusst(er).
  • Neue Fragen bestimmen dein Leben und begeistert suchst du nach Antworten.

 

Du erhältst eine Ahnung davon, wie viel Potenzial in der steckt. Du wirst dir deiner selbst bewusst!

Du lernst mit Begeisterung. An diesem Punkt erübrigt sich die Frage, ob Lernen mit Ernsthaftigkeit oder mit viel Humor erfolgreicher gelingt.

Auf dem Weg dahin lass Freude in dein Lernen. Tanze, singe, spiele, rieche, schmecke und begreife!

 

Wir haben zwar noch keine Clownsnasen im Seminar verteilt, doch vielleicht starten wir demnächst einen Witze-Marathon. Und wer keinen Witz erzählen möchte, der darf seinem Nachbarn ein Kompliment machen.

Denn Wertschätzung macht ja bekanntlich auch glücklich!

 

Deshalb – Ran an den Lern-Spaß!

 

Herzlichst,

Kerstin D. Richter