Goldfisch springt aus einem vollen Fischglas in ein leeres.

JETZT!

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Vor einigen Tagen erhielt ich einen Anruf: „Frau Richter, wann kann ich Sie mal wieder sehen? Ich möchte Sie gern einladen und Ihnen erzählen, was sich bei mir seit damals alles verändert hat.“

 

„Damals“ meint ein Seminar, in dem diese Frau Teilnehmerin war. Danach bat sie mich auch um ein Gespräch.

Sie wirkte erschöpft und teilte mir gleichzeitig mit, dass sie sich diesem Leben nicht weiter zur Verfügung stellen werde. Das sei ihr in dem Seminar endgültig bewusst geworden.

 

Wir reflektierten realistische und schnell handhabbare Veränderungen für den Start.

Dann ging sie los.

 

Jetzt, über zwei Jahre später, sitzt mir eine gestärkte und zufriedene Frau gegenüber. Sie sprudelt vor Begeisterung gleich los, erzählt von den positiven Veränderungen, wie auch von den Dingen, die sie nicht wie geplant bewältigen konnte.

Am Ende ihres Vortrages sagt sie: „Ich bin so stolz auf mich, dass ich diese Wege gegangen bin. Die Dinge, die (noch) nicht geglückt sind, haben mich auf jeden Fall gelassener werden lassen. Ich bin sehr froh, dass wir damals die Möglichkeiten und Risiken betrachtet haben.“

 

Wer kennt diese Momente nicht, wo du spürst, es ist dringend Zeit für eine Veränderung – JETZT!

 

Diese Augenblicke in meinem Leben, wo dieses JETZT! gravierende Folgen für mein weiteres Leben hatte, sind mir ins Gedächtnis gebrannt.

 

Dieses kribbelnde Gefühl, wenn du weißt: „Ab hier gibt es kein Zurück!“

Dieses flaue Gefühl: „Was kommt jetzt? War es die richtige Entscheidung? Was, wenn nicht?“

 

Die Angst vorm freien Fall tanzt mit dem Glücksgefühl, sich aus Fesseln befreit zu haben.

Ernüchterung nach dem Aufschlag. Der Neubeginn brauchte stets seine Zeit.

 

Zeit für Trauer, Zeit für Neuorientierung, Zeit zum Lernen.

Das sind die Geschwister des Erfolgs, die selten mit im Rampenlicht stehen.

 

Weshalb tun sich Menschen das an, folgen dem „JETZT!“, geben Sicherheiten auf, verlassen langjährige Weggefährten, verunsichern sich und Andere?

 

Weil da etwas ist, das beunruhigt, neugierig macht und letztendlich mutig. Mutig genug zu schauen, was das Leben noch für Möglichkeiten offenhält.

  • Bin ich erfüllt von der Partnerschaft, die ich führe, von den Freundschaften, die ich pflege?
  • Fühle ich mich gesund und fit – geistig wie körperlich?
  • Gibt es ganz andere berufliche Herausforderungen, die ich annehmen möchte?
  • Was macht mich glücklich, zufrieden?
  • Was gibt meinem Leben einen Sinn?

 

Dies ist die Chance verborgene (eingewickelte) Potenziale zu ent-wickeln!

 

Und plötzlich stehst du an deiner Klippe und springst.

Ein wesentlicher Part in deinem Leben, sei es deine Gesundheit, deine berufliche Tätigkeit, deine Beziehung oder ein fehlender Sinn in all deinem Tun – haben dich zu diesem Schritt bewogen.

Manchmal sind mehrere Bereiche gleichzeitig aus der Balance.

 

Ein Sprichwort sagt: „Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.“

 

Damit der erste Schritt ein ermutigender Schritt und weniger ein gewagter, halsbrecherischer Sprung wird, kannst du dich vor dem Antritt deiner Reise vorbereiten.

 

Wenn das Ziel auch wichtig ist, wie auch der Weg dahin, stelle dir eine Frage vor allen anderen:

WARUM will ich diesen Weg gehen? Was ist mir wichtig, welche Werte?

Ist mir Freiheit wichtig, Selbstachtung, Selbstbestimmtheit, Aufrichtigkeit, Freundschaft?

Du allein kennst oder entdeckst deine Liste!

Dein WARUM trägt dich durch die Durststrecken langer Wanderungen!

 

Jetzt folgt dein Ziel.

WAS will ich tun? Je klarer du deine Ziele benennen kannst, desto sicherer darfst du dir sein, dass du sie erreichst.

Was willst du bis wann erreichen? Wie realistisch ist es? Ist es das, was du wirklich willst?

 

Und jetzt kannst du darüber nachdenken, mit welchen Strategien du dein Ziel erreichen kannst.

WIE willst du das tun? Gibt es Plan-B? Wer kann dir helfen?

 

Und eine Erfahrung mit auf den Weg: manchmal hat dein JETZT nur Stunden Zeit, manchmal einige Wochen. Deshalb sei vorbereitet! Sei dir bewusst, warum du hier bist, was du wie bewirken willst. Darüber hast du noch nie wirklich nachgedacht?

Mach es jetzt!

 

Deine Kerstin D. Richter