Sechs weiße und eine rote Tür in der Wüste.

Fehler machen macht einzigartig

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“Ich habe Angst einen Fehler zu machen!”

Einen? Wer arbeitet, wer etwas unternimmt im weitesten Sinn, macht Fehler.

Was sind denn Fehler?

 

Persönlich kann ich mit diesem Wort immer weniger anfangen.

Ich bin permanent aufgefordert, neue Dinge zu machen. Sicher, ich habe eine Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll. Und sicher, ich kenne dieses ungebetene Gefühl, es falsch zu machen, zu versagen.

 

Hält es mich ab? Nein! Natürlich auch, weil meine Existenz davon abhängt, dass ich etwas tue.

Und weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass nur das Tun, das Ausprobieren, optimales Handeln ermöglicht. Mit jeder Handlung sammle ich wichtige Erfahrungen, die erfolgreiches Handeln erst ermöglichen.

 

Woher kommt die diffuse Angst vor Fehlern?

Eine Erklärung: Vielen haben sich die Erfahrungen aus der Schulzeit eingebrannt. „Fehler!“ bedeuteten Abwertung durch schlechte Zensuren und/oder einen schlechten sozialen Status. Looser, Versager! Alle konnten sehen: die/der kriegt es nicht hin.

 

Geringschätzung ist Gift für unser Selbstwertgefühl. Eines der Grundbedürfnisse von uns Menschen ist das Bedürfnis nach Wertschätzung.

 

Kinder, die einen anderen Umgang mit Fehlern gelernt haben, zeigen in Folge auch ein anderes Lösungsverhalten, im Sinne von motiviertem Versuch-Irrtum-Lernen.

Sie überlegen häufig strategischer, wie sie ein Ziel erreichen. Und sie gönnen sich Alternativen, wenn sie das anvisierte Ergebnis mit der ersten, zweiten oder dritten Strategie nicht erreichen.

 

Diese Fähigkeiten sind jedem von uns von Natur aus gegeben.

Sonst würde kein Mensch laufen lernen. Lesen, Schreiben, Schwimmen, Radfahren …

Schon Winston Churchill soll gesagt haben: “Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.“



 

Was tun, wenn sich unser Umgang mit Fehlern/Irrtümern mit den Jahren so verspannt hat?

 

Kann ich Fehler wertschätzen, weil sich mich auf einen Richtungswechsel hinweisen (wollen),  zum Nachdenken und Experimentieren auffordern?

Ich frage dich das, in Gedanken an Menschen, die in herausfordernden Lebenssituationen überzeugt waren, dass es „nur die eine Lösung“ für sie gibt. Wir alle kennen diese Situationen.

 

Da teilen mir Menschen mit, dass sie schon alles versucht haben, aber es wird nur schlimmer!

Auf die Frage, was sie alles versucht haben, bieten sie dann eine Lösung an, die auch nach dem x-ten Mal nicht funktioniert. Da bekomme ich auch Angst!

 

Ich halte es da lieber mit Henry Ford: “Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen!”

 

Was hilft im Umgang mit der Angst vor Fehlern, vor Versagensängsten?

  • Nimm das Gefühl der Angst wahr und akzeptiere es!
  • „Ich habe mich zu dieser Sichtweise entschieden.“ – Übernimm Verantwortung!
  • Konkretisiere die Bilder in deinem Kopf: Was kann im schlimmsten Fall passieren?
  • Frage dich: Kann ich mir sicher sein, dass es so „dick“ kommt?
  • Entwickle konkrete „wenn-dann“ Lösungs-Strategien und hole dir Hilfe!
  • Geh an deine Aufgabe mit dem Ziel: besser, statt perfekt!
  • Sammle deine Erfahrungen, reflektiere und nutze sie für die nächste Aufgabe mit dem Ziel: Jeder Fehler bleibt einmal-ig!
  • Schätze deine persönliche Entwicklungsarbeit!
  • Gib deine Erfahrungen weiter und ermutige Andere!

 

In diesem Sinne – auf zu neuen fehlerhaften Erfahrungen!

 

Herzlichst, deine Kerstin D. Richter