Ying und Yang

Sinnvolle Krise

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Bedürfnisse, Bewusstsein, Lernen, Potenzialentfaltung, Veränderung

Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.

Hallo, schön, dass du wieder in meinem Blog liest. Heute philosophiere ich über den Sinn von Krisen. Über eine Erkenntnis, die mich in der letzten Woche zum wiederholten Mal überdeutlich erreicht hat.

 

Ich moderierte eine Konfliktschlichtung in einem Team. Die Emotionen schlugen höher, die Qualität der Kommunikation nahm proportional ab. Menschlich!

Und während der Orkan scheinbar tobt, bin ich die Ruhe selbst. Ich setze Grenzen und gebe Raum, frage, höre zu und verbreite Ruuuuhe. Woher kommt diese Gabe?

 

Es ist keine Gabe, sondern eine antrainierte Fähigkeit aus Zeiten, in denen ich Mitglied eines Systems war, in welchem lautstarke und abwertende Kommunikation an der Tagesordnung war.

Ich habe gelernt, Emotionen und Erregungen, bis hin zur Aggression, zu beobachten, bis zu einem gewissen Grad zuzulassen und dann ganz bewusst ruhig die Führung hin zum Dialog zu übernehmen. Und ich erinnere mich an die ungezählten Momente, in denen ich diesen Situationen ausgesetzt war und dachte: “Why me?” – “Weshalb passiert das mir?”

 

Verschiedene andere Krisen kürzen oder längeren Ausmaßes habe ich erlebt- und überlebt.

Damit gab es schon eine wichtige Antwort über den Sinn von Krisen.

 

  1. Du machst die Erfahrung, dass du Krisen überlebst. Das schafft Selbstvertrauen.

Vermutlich warst du auch schon in Situationen, wo du dachtest: “Jetzt hab´ ich doch ein Déja`- vu. Wieso passiert mir das wieder?”

Nach einigen Wochen findest du dich in der gleichen Jobsituation wie beim letzten Mal.

Dein neuer Partner/Partnerin geht wieder so… mit dir um.

Manche von uns werden schnell wach, andere ziehen zielsicher Runde um Runde und suchen den Ausgang.

 

Und die wachgerüttelten unter uns haben eins erkannt.

  1. Krisen geben dir die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Nutzt du diese als Chance und durchbrichst alte Grenzen, gewinnst du neuen Raum. Gehst du Entscheidungen aus dem Weg, bleibst du im Labyrinth gefangen oder du fliegst aus dem Spiel.

 

Neben vielen weiteren Aspekten möchte ich noch einmal auf den Anfang meines Blogs zurückkommen. Wenn du rückwirkend auf deine Reaktion in Krisensituationen schaust, stellst du vielleicht fest, dass ein früher als Schwäche erlebtes Verhalten, heute eine deiner größten Stärken werden kann.

  1. Krisen lassen dich deine Stärken und Schwächen erkennen.

 

Allerdings nimmst du die Bewertung vor oder erlaubst anderen die Bewertung deiner Gaben. Denn aus einem anderen Blickwinkel wirken scheinbare Schwächen als „übertriebene“ Stärken.

Welche Stärke ist bei dir durch Krisen zum Diamanten geschliffen worden? Und nutzt du dieses Potential heute?

 

Warum frage ich dich das? Weil mir fast täglich Menschen begegnen, die so im Labyrinth alter Krisen gefangen scheinen und ihre Selbstbestimmung an Dritte abgeben, dass sie mein ganzes Mitgefühl haben.

“Wissen Sie, dass war bei mir schon immer so.”

“Wieso soll ich zu meinem Chef freundlich sein, wenn der es auch nicht ist?”

“Das macht man doch nicht, das weiß doch jeder!”

“Das hat man mir nicht gesagt.”

“Ich bin doch nur die…” …

Manche Menschen in diesem Labyrinth sind vom Umherirren erschöpft, entmutigt, verzweifelt, andere wütend, aggressiv und rachsüchtig.

 

Wie kannst du diesen Lebensraum verlassen? Wie wird aus deinem Labyrinth ein ansprechender Lebensraum?

Vielleicht indem du einige Mauern einreißt oder prüfst, ob sie überhaupt außerhalb deines Kopfes existent sind. Manche Mauern hast du gesetzt, als du dich in Krisen zum Verlierer erklärt hast.

  • Ist das heute noch für dich gültig?
  • Entscheidest du dich, diese alte Haltung heute abzulegen?
  • Welche Erkenntnis aus vergangenen Krisen hast du gewonnen und kannst sie heute als Bereicherung deiner Stärken nutzen?

 

Dabei wünsche ich dir einen liebevollen Umgang mit dir für viele hilfreiche Erkenntnisse!

Heute ist der beste Tag dafür!

 

Herzlichst,

Deine Kerstin D. Richter