Ein wütender, roter Stressball.

Gewinne mehr Lebensfreude mit 3 x 3 Anti-Ärger Strategien

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„Ich ärgere mich so!”

Diesen Satz höre ich nicht nur regelmäßig in Konfliktschlichtungen . Leider geben mir Menschen dieses Feedback zu ihrer persönlichen Situation auch in vielen Trainings und Beratungen.

 

Sich zu ärgern scheint eine archaische Sportart zu sein, die viele Mitmenschen in höchster Perfektion beherrschen. Für professionelle Ärgerer scheint es immer einen Aufreger zu geben. Und ich denke oft: „Schade um die schöne Energie!“

Bei dem Spruch “Ich ärgere mich!”, habe ich das Bild eines gefüllten Wasserkrugs vor mir, dessen Wasser von Minute zu Minute schmutziger und dunkler wird.

 

Was passiert, wenn wir uns ärgern?

Häufig spüren wir Herzklopfen und leider kein freudiges. Manchmal hämmert der Kopf, Arme und Beine scheinen lahm zu werden. Der Körper übersäuert. Nur dem Ego scheint dieser selbst angezettelte Krieg der Gedanken Spaß zu bereiten. Kreativität und positive Gefühle wie Liebe werden ins hinterste, dunkelste Verließ gesteckt.

Und das Ergebnis?

Ich habe noch niemanden getroffen, der mir glaubhaft versichern konnte, dass er sich nach ausgiebigen Ärger erfrischt und zufriedener fühlt. Auch hat sich durch Ärgern noch nie die Ursache desselbigen erledigt. Und der kleine rote Wutteufel im Innern sorgt zuverlässig dafür, dass sich das „Sauer sein” noch maximal in Verbitterung steigert.

 

Weshalb tun sich das dennoch viele Leute an?

  • Weil es alle tun?
  • Weil es normal ist?
  • Weil man nichts dagegen tun kann?
  • Weil du keine Strategie hast, wie du deinen Ärger schnell beenden kannst?
  • Weil du noch nicht darüber nachgedacht hast und es dir bis jetzt nicht bewusst war?

Okay, dann lass uns reden, mal sehen, uns mal ran tasten oder darüber nachdenken.

 

Welchen Sinn macht es für dich, dich über Andere oder über dich zu ärgern?

Wenn du dich über andere ärgerst, wird das deren Verhalten ändern? Vermutlich nicht.

In der Regel wissen die Anderen nicht einmal etwas von deinem Ärger.

Richtig, denn du ärgerst ja dich und nicht die Anderen.

Die Anderen leben ihr Leben und meiden dich im schlimmsten Fall, weil du nervst, als eine ewig ernste Spaßbremse wirkst, als kritisch und perfektionistisch giltst, und deine Mitmenschen „mit deiner negativen Energie runter ziehst.“

Ärger und Verbitterung machen einsam! Was kannst du tun?

 

3 Strategien für den Akutfall

Falls du in einer Situation bist, wo du das Ärgernis aus verschiedensten Gründen nicht sofort ansprechen kannst:

  1. Zähle langsam von 10 bis 0 runter. Wenn du kannst, laufe bewusst dabei. Bewegung entspannt.
  2. Atme 3 x tief durch. Atme deinen Frust bewusst und kräftig aus (Mein bewährtes Hausmittel.)
  3. Verabrede dich nach Feierabend mit deinem Ärger- „Jetzt habe ich keine Zeit dafür, ich werde mich heute Abend ausgiebig ärgern“. Ein Tipp der legendären Vera F. Birkenbihl und ebenfalls sehr wirksam, weil diese Maßnahme gern ein Lachen hervor zwingt bzw. bringt.

 

3 Strategien im Dilemma

  1. Sprich das Verhalten, welches dich an Anderen ärgert, konkret an!
  2. Formuliere als Hilfe auch, welches Verhalten dir stattdessen helfen würde.
  3. Erkenne und würdige positive Veränderungen. Google den Begriff: Vergebung!

 

Was, wenn du mit dir nicht zufrieden bist und du einen Großteil deiner Lebenszeit damit ausfüllst dich über dich zu ärgern?

Hatte dein Ärger bisher nennenswerte Verbesserungen in deinem Verhalten, deinen Arbeitsergebnissen und in deiner Lebensqualität zur Folge? Ich rate jetzt mal, dass du wohl häufiger mit Nein antworten würdest.

Deshalb hier wenige Tipps.

  1. Höre deinem inneren Kritiker mal bewusst zu. Sind das Sätze, die motivieren oder irgendwie helfen? Falls nicht, wandle die Sätze in Ermutigungen und Wertschätzungen um. Schaffe dir ein Ritual, diese neuen Sätze regelmäßig zu lesen oder dir mit deiner inneren Stimme zuzusprechen. Gönne deinem inneren Kritiker etwas Urlaub, ansonsten limitiere seine Sprechzeit!
  1. Hast du einem Misserfolg erlebt, erlaube dir einen kurzen Ärger. Stampfe, schreie (im Keller oder Wald) und dann frage dich: Wozu kann mir diese unangenehme Erfahrung dienen? Was kann ich daraus lernen? Ziehe einen Nutzen daraus!
  1. Konditioniere dich auf ein persönliches Signal zur Unterbrechung von Ärger. Wann immer du wahrnimmst, dass du wieder in der Grübel- und Ärgerfalle bist, nutze ein Lied, eine schöne Erinnerung, ein bestimmtes Wort oder eine Geste, diese negativen Gedanken zu unterbrechen.

Je öfter du das machst, desto schneller wirst du deine Gedanken beruhigen und in eine hilfreichere Richtung bringen.

Ein letzter Gedanke.

Wenn es möglich ist, aus Ärger zu essen, ist es doch auch möglich, bei Ärger ganz bewusst zu laufen, zu tanzen, das Fenster weit zu öffnen, zu meditieren, das zu tun, was dich vom Ärger wieder hin zu mehr Zufriedenheit bringt.

 

“An Zorn festhalten ist wie Gift trinken und erwarten, dass der Andere dadurch stirbt.” – Buddha.

 

Mehr Zeit will ich diesem Thema nicht widmen. Ärger ist eine zutiefst menschliche Regung und soll dir helfen Dysbalancen wahrzunehmen. Nur bedarf es eines konkreten Endes.

Stell dir bloß mal vor, Gewitterfronten würden Monate über uns stehen und toben. Darin sieht die Natur offenbar keinen Sinn. Bis jetzt gab es noch nach jedem Unwetter Sonne.

 

Dir und Euch allen Anderen ein sonniges Wochenende!

 

Herzlichst,

Deine Kerstin D. Richter