Ein rotes Fragezeichen inmitten schwarzer Fragezeichen

Gastkommentar: Generation Y – Welches „Warum“ soll eigentlich beantwortet werden?

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Vor einigen Tagen habe ich versucht jemandem zu erklären, was es mit dem Begriff der Generation Y auf sich hat, was dieses „Why“ oder „Warum“ ausmacht, das immer gleichzeitig als prägendes Merkmal genannt wird.

In welchen Situationen fragen wir denn dieses „Warum“? Und welche Antwort erhoffen wir uns?

 

Das WARUM der Generation Y ist die Sinnfrage hinter allem, was wir sind und tun.

Ist das WARUM geklärt und im Einklang mit unseren Werten machen wir die Erfüllung der Aufgabe zur Chefsache – in jeder Beziehung, beruflich und privat.

 

WARUM soll ich für genau dieses oder jenes Unternehmen arbeiten?

Hierin stecken sogar gleich zwei WARUM-Fragen.

Erstens möchte ich wissen, WARUM das Unternehmen tut, was es tut. Welche Ziele oder Werte verfolgen die Unternehmer? Welche Idee, welches Ideal, welche Vision wird verfolgt? Stimmen diese Werte mit meinen überein, wird es dem Unternehmen ein leichtes sein mich als Arbeitnehmer zu gewinnen und zu halten.

Vorausgesetzt, die Werte existieren nicht nur auf dem Papier, in der Hochglanzbroschüre, auf der schicken Webseite – sondern werden tatsächlich gelebt!

Ich möchte an dieser Stelle behaupten, dass der Generation Y Dinge wie Nachhaltigkeit, Umwelt, Gesundheit und Globalisierung bewusster und auch wichtiger sind, als noch ihren Vorgängern. Und denjenigen von uns, bei denen diese Werte den Kern des Selbst ausmachen, werden auch bei der Arbeitgebersuche kompromisslos aussieben.

Das zweite WARUM bezieht sich auf das ICH.

 

Warum will dieses Unternehmen mich einstellen und nicht Frau XY?

Der eine oder andere würde sich vielleicht mit der Aussage: „Sie sind von allen Bewerbern am Besten qualifiziert!“ zufrieden geben. Warum nicht? Wenn es der Wahrheit entspricht.

Doch was ist, wenn meine Qualifikation vergleichbar mit der mehrerer Bewerber ist? Warum haben Sie mich ausgewählt? Denn nur eine Personalnummer wollen die Vertreter der Generation Y nicht sein.

Unsere Devise: Wenn jeder den Job machen kann, soll ihn jeder machen – nicht ich.

Und weg ist der junge Arbeitnehmer, auf zu einem Unternehmen, dass nicht nur seine berufliche Qualifikation schätzt, sondern den Menschen, seine Persönlichkeit – und das auch kommuniziert! In der Zeit von Facebook Likes ist das regelmäßige Feedback auch in der Arbeitswelt so wichtig wie nie zuvor!

 

Das kann ich gut und gerne mit einer Beziehung vergleichen.

Warum sind also so viele junge Leute ungebunden, oder in ständig wechselnden Beziehungen? Oder Projekten, Jobs, Berufen?

Weil das WARUM nicht beantwortet ist!

 

Auf der einen Seite sind wir überflutet von Möglichkeiten. Das führt auch dazu, dass wir Angst haben, etwas zu verpassen („fear of missing out“, „fomo“).

„Ist das hier wirklich das non-plus-ultra? Ist das schon alles? Ist das der Hit in Tüten?“, ist eine Frage, die man sich in jeder Situation bis zum Erbrechen stellen kann, im Beruf wie in der Liebe.

Ich glaube, wenn das WARUM beantwortet ist und zu uns passt – wenn wir uns wohl damit fühlen – dann stellt sich diese Frage nicht mehr – und es gibt für die Generation Y keine größere Motivation täglich mit einem Lächeln aufzustehen und ihr Bestes zu geben.

 

Der große Unmut, den wir auf der Suche nach unserem WARUM manchmal verspüren, gehört für mich auch zum Erwachsen werden dazu. Es braucht bei vielen Jahre heraus zu finden, was ihnen wirklich wichtig ist, was ihre Werte sind, was ihr WARUM ist.

Steht das einmal fest, fällt es auch leichter, den richtigen Lebenspartner, Mitstreiter und den passenden Beruf und Arbeitgeber für sich zu finden.

Am Ende des Tages möchte auch die Generation Y Teil des großen Ganzen sein und ihren Beitrag dazu leisten, dass unsere Welt lebenswert ist und es für zukünftige Generationen bleibt.

Dabei wird sie auch wie jede Generation vor ihr den Status Quo, etablierte Arbeitsprozesse und die bestehende Arbeitswelt immer wieder in Frage stellen – WARUM?

 

Tief in Gedanken,

deine Sarah Richter