Zwei Freunde aus Stein

Detox die Zweite – Beziehungen entgiften

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Gesunde Lebensweise ist inzwischen von allseits bekanntem Interesse. Für gesunde Ernährung und Bewegung gibt es mehr Ratgeber zu lesen als dir das Leben Zeit gönnen wird.

 

Wenn auch nicht jeder etwas mit den Begriffen „Energieräuber“, „Bewohner“ oder „Muggel“ anfangen kann, so begegnet mir in Seminaren wie Unternehmensberatungen dennoch immer häufiger die Frage: „Wie gehe ich mit negativen Menschen um? Wie halte ich Abstand zu Kollegen oder Bekannten, die über Andere schlecht reden, die kreative Ideen klein diskutieren, die jeder Veränderung ein übles Szenario andichten, in deren Gegenwart ich mich energielos und einfach schlecht fühle?“

 

Wenn das Problem so viele Menschen beschäftigt, ist es nur folgerichtig, dass sich einige Empfehlungen für den Umgang mit derartigen Zeitgenossen im Internet finden lassen.

 

„Halte dich fern von negativen Menschen!“

 

Das dürfte im Einzelfall auf immense Einsamkeit hinauslaufen. Also im Ernst, das wird nur selten machbar sein. Kurzfristig kannst du dir deine Arbeitskollegen nicht aussuchen. Oder wie sieht das bei langfristigen Unternehmen wie Schulklassen, Studiengruppen oder deiner Familie aus?

 

Allein der Versuch, Nörglern und Pessimisten permanent aus dem Weg zu gehen, raubt dir mit Sicherheit mehr Energie, als denen und dir eine Grenze zu setzen.

 

Zum Verständnis: Grenzsetzung bedeutet hier für mich nicht die Schaffung unüberwindbarer Mauern zu deiner Umwelt. Vielmehr meine ich, dass du deine eigene innere Schutz-Grenze setzt und dafür einstehst.

 

Jeder hat mal einen schlechten Tag, vielleicht auch mal eine längere Phase. Würden sich da Freunde und Bekannte gleich von uns abwenden, wäre das fatal. Für deine Selbstbehauptung ist es erforderlich, dass du weißt, bei welchem Verhalten du wie intervenierst.

 

Hier einige Erfahrungen aus der Schule des Lebens.

 

Vermutlich hast du auch Leute in deinem Umfeld, die einen Master-Abschluss im Lamentieren, Beklagen, Beschweren, Beneiden und Bekämpfen haben. Kaum hat ein Gespräch begonnen, zieht eine graue, trübe und hoffnungsfreie Atmosphäre auf.

 

Auch ich habe im Kreise der geliebten wie gelittenen Familie einigen Schleifen drehen dürfen, bis ich meinen Umgang mit energieraubenden Menschen entwickelt habe.

 

Behutsame, optimistische Gegenargumente? Vorsicht! Leise Töne werden gern ignoriert.

 

Klare Abgrenzung wie: „Das sehe ich anders. Daran möchte ich mich nicht beteiligen!“keine Chance! Entweder läuft die Person zu polemischer Meisterschaft auf oder du erfährst Bedauern ob deiner verirrten Einschätzung der Sachlage.

 

Auf dieser Stufe habe ich lange geprobt, Gespräche und Besuche abgebrochen ohne eine nennenswerte Änderung zu erleben. Im schlimmsten Fall habe ich mich geärgert und ließ es mir schlecht gehen. Inzwischen spornen mich solche Situationen an.

 

Wie kann ich die Situation angenehmer gestalten?

 

Hier folgen meine 3 Tipps zum Umgang mit negativen Menschen:

 

  • Ich höre zu und gönne meinem Gesprächspartner einen Moment, seine üblichen Gedankenmuster auszubreiten. Dann schaue ich ihn direkt an, lächle und frage: „Und was gab es schönes in den letzten Tagen/ Wochen?“

 

  • Ich unterlasse ganz bewusst jegliche Zustimmung zu den kommunizierten negativen Gedankenmustern. Schweigen!

 

  • Best practice: Auch ich minimiere diese Kontakte, Treffen wie Telefonate, auf das mögliche Minimum… und verabrede mich in dieser Zeit mit Glückskindern und Optimisten!

 

Herzlichst,

deine Kerstin D. Richter