Bunte Segelboote bei einer Regatta

Und Jetzt?

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„Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.“ Michel de Montaigne

 

Inzwischen wissen wir, dass ein Ziel allein dir wenig Erfolg und Erfüllung garantiert.

Hast du für dich geklärt, Warum du eine Aufgabe bewältigen willst, wird dich unweigerlich die Frage nach dem Wie beschäftigen. Denn es gibt ja bekannter Maßen viele Wege nach Rom.

 

Was tust du, wenn die von dir favorisierte Maßnahme nicht zum Ziel führt? Probierst du es immer wieder auf dieselbe Art? Gibst du nach dem dritten Misserfolg auf?

„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man hingefallen ist.“ Winston Churchill

 

Erfolge folgen also, wenn du dranbleibst. Wie gelangst du zu alternativen Lösungen?

Hast du schon mal Teams beim Segeln zugeschaut? Jeder Handgriff muss sitzen, dabei wachsam und flexibel, je nachdem, wie der Wind dreht. Mit steigender Windstärke wachsen die Anforderungen. Ein Bekannter von mir, passionierter Segler, schwärmt von den glückseligen Adrenalin-Momenten, wenn besonders bei stürmischer See Boot und Mannschaft im Hafen landen. Mit der einen oder anderen Schramme und mit dem guten Gefühl, etwas erfolgreich bewältigt zu haben.

Für Andere liegt die Leistung beim Segeln im Annehmen von Stille und „Nichts tun können“ bei Windflaute.

 

Mein erster Kontakt mit einem Segelboot war in einen Teamtag eingebunden. Die Aussicht, in einer Gruppe von Alpha-Tieren durch einen Coach bei diesem Erlebnis reflektiert zu werden, hielt meine Motivation auf niedrigstem Level.

Nach einer ersten Unterweisung starteten wir einige wenig ernstzunehmende Versuche, das Boot in Bewegung zu bringen. Windflaute.

 

Wie in jeder anderen Menschengruppe fehlte es auch in unserer nicht an Spaßvögeln und Selbstdarstellern. Und ohne großes Zutun weiterer Mannschaftsteile, bemühten sich bald eine erfahrene Seglerin und eine führungswillige Persönlichkeit, alle Fäden – Pardon, Taue – in der Hand zu halten.

Allein, es bewegte sich nichts. Zumindest nicht das Boot. Flaute.

 

Der Großteil der Gruppe lümmelte herum und beobachtete seinerseits Coach & Skipper.

Unser Teamkonflikt war auch bei Windstille zu erkennen. Nur, in dieser Situation konnten wir oder ich ja wirklich nichts tun! Kein Wind! „Da kann man nichts tun!“

 

Mit dieser Überzeugung war ich gewillt, entspannt zu warten, wie der Coach uns aus der Reserve locken wollte. Im Chill-out-Modus wollte ich mir nun einen Rundblick in die Natur gönnen und war im nächsten Augenblick schwer beeindruckt und sprachlos.

 

Nur wenige Meter neben uns zog ein weiteres Segelboot an uns vorbei.

Ich weiß kaum noch etwas von diesem Tag. Allein dieses Bild von dem vorbeiziehenden Segelboot hat sich mir ins Gedächtnis gebrannt.

 

Mit dieser Erfahrung kam die Erkenntnis, dass wir ganz offensichtlich nicht alles versucht hatten, die Situation zum Positiven zu ändern. Der (kaum wahrnehmbare) Wind war nur ein Parameter und hielt nicht als Entschuldigung für diesen Stillstand.

 

Und in den darauffolgenden Wochen entwickelte sich bei Problemen oder Hindernissen die eine Frage in mir: “Habe ich alles versucht?”

 

Hast du das schon mal ausprobiert? Ich stelle mir seit dieser Zeit immer wieder die Frage, wenn ich über etwas Schwieriges oder Neues nachdenke und es zunächst keine Lösung zu geben scheint. Und ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich mir diese Frage schon einmal ehrlich mit ja beantworten konnte.

 

Manchmal wusste ich wirklich keine Lösung. Dann fiel mir aber ein, dass ich Andere fragen könnte oder ich dank Internet weltweit recherchieren kann. Irgendwo denkt irgend jemand in der Welt gerade auch darüber nach und hat vielleicht schon eine Idee.

 

Das Bild vom vorbeiziehenden Segelboot hat mir eindrucksvoll gezeigt, dass es für ein Problem in einer vergleichbaren Situation sehr verschiedene Lösungswege gibt. Seit diesem Tag betrachte ich meine Wahrnehmung nur als eine Möglichkeit von vielen. Und dadurch hat mein Leben an kreativen Optionen gewonnen.

 

Was kannst du tun, wenn du nicht weiterweißt?

  • Gönne dir Abstand vom Problem. Schlaf eine Nacht drüber oder wenn möglich, eine Woche und lass dein Unterbewusstsein arbeiten. Loslassen schafft Raum für neue Ideen!
  • Suche dir eine andere Perspektive. Stell dir vor, du sitzt im Flieger und schaust von oben auf dein Thema. Was ist jetzt für dich von Bedeutung?
  • Recherchiere und frage andere Menschen nach ihren Ideen. Orientiere dich dabei an positiven Menschen!
  • Du weißt wie und warum es nicht funktioniert? Gut, schreibe Hindernisse und Gegenargumente auf ein Blatt und leite daraus ab, was es braucht, damit es funktioniert. Das schreibst du ebenfalls auf. Geh die notwendigen Veränderungen zügig an!
  • Suche dir Unterstützer deine Idee umzusetzen – so werden Innovationen geboren.

 

Und jetzt? Na ausprobieren und einmal mehr aufstehen…!

 

Eine gute Zeit wünscht dir

Kerstin D. Richter