in lachender Apfel und ein weinender Apfel, der sich hinter einem Lachen versteckt

ENT-TÄUSCHUNG als Führungskompetenz

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Erwartungen kreieren ein Bild, in der Regel eine Täuschung. Denn dieses Bild zeigt unsere Wünsche und nicht die tatsächliche Realität. Somit ist die ENT–Täuschung ein hilfreicher Vorgang, Bedingungen realistisch wahrzunehmen und ins Handeln zu kommen.

 

„Das hat mich sehr enttäuscht. Ich hatte von dem Kollegen etwas ganz anderes erwartet.“

Diese Sätze formulieren meine Kunden des Öfteren. Bis es zur Klärung kommt, bewirken diese Trugbilder im Alltag von Unternehmen eine Vielzahl von Konflikten.

 

Unverständliche Arbeitsanweisungen, über- oder unterfordernde Leistungsvorgaben, unklare Werte, fehlende Vorbilder, usw. führen zu unterschiedlichen Vorstellungen über die drei wichtigsten Unternehmensfragen:

Warum tun wir was? Welche Maßnahmen bringen uns auf den besten Weg? Welche Ziele verfolgen wir?

 

Eine besonders irrige Erwartung: Der Andere muss die Situation doch auch so sehen wie ich! Er oder sie muss die Aufgaben in meinem Tempo, meiner Art entsprechend erledigen.

Und kommt dann der Prozess der Enttäuschung in Gang, gibt es zwei typische Verhaltensweisen:

 

Die „Meister“ unter uns nehmen diese Erkenntnis auf und passen das eigene Verhalten der neuen Realität an.

Andere drehen auf dem Spielfeld die zweite Runde, ihr Joker: Verleugnung. „Das kann doch nicht sein. Er/Sie muss sich einfach mehr bemühen, ins Zeug legen. Dann wird es. Ich weiß, dass ich Recht habe.“

 

Wir brauchen keine Glaskugel, um zu sehen wo das hinführt. Noch mehr Missverständnisse, noch mehr Frust, Arbeitsverweigerung, menschliche und spürbare wirtschaftliche Tiefschläge.

 

Wie wäre es mit einer Abkürzung?

Enttäuschungen sind für die Meisten von uns, je nach Problemlage, ein schmerzhafter Prozess. Und wer will schon freiwillig Schmerzen.

 

Was kannst du tun? In deinem privaten wie beruflichen Leben?

Reflektiere für dich:

  1. Habe ich Erwartungen?
  2. Sind oder waren meine Erwartungen realistisch?
  3. Habe ich diese den betreffenden Personen auch mitgeteilt?
  4. Kann ich mir sicher sein, dass mein Gegenüber auch das verstanden hat, was ich ausdrücken wollte?
  5. Betrachtest du Erwartungen als etwas Notwendiges oder kannst du Menschen erwartungsfrei begegnen? Welche Vorteile hättest du davon?

 

Nach meiner Erfahrung sind Enttäuschung keineswegs notwendig. Je mehr ich mir meiner Erwartungen bewusst bin und sie als eine von mehreren Möglichkeiten betrachte, desto schneller verlieren sie ihre negative, täuschende Wirkung.

 

Für Führungskräfte bedeutet so eine Reflexion, auch im Vorfeld ihre Erwartungen an die Persönlichkeit eines Mitarbeiters abzuklären. Vorrangig wird aufgrund vorgelegter Unterlagen ausgewählt.

Erst später keimt die Erkenntnis, hier brauche ich eher einen entscheidungsfreudigen oder sehr zurückhaltenden, stetigen Mitarbeiter, einen analytischen oder doch eher einen empathischen Kollegen.

Die Beispiele lassen sich fortsetzen. Und natürlich unterstützt eine Klärung deiner Erwartungen das Gelingen privater Freundschaften und Partnerschaften.

 

Deshalb wünsche ich dir viel Erfolg bei der Reflexion und Kommunikation deiner Erwartungen.

 

Herzlichst,

Kerstin D. Richter

 

Du bist dir nicht sicher, wie du Erwartungen ansprichst? Erfolgreiche Kommunikation ist erlernbar, zum Beispiel in unseren Seminaren.